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Praxis & Wirtschaftlichkeit

Was bringt ein Haarentfernungslaser? Die ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung

Fachartikel · ca. 9 Minuten Lesezeit · Stand: Juli 2026 · Autor: René Pfister, dipl. Ing. HTL/FH, Exec. MBA

Einnahmenüberschuss pro Monat in drei Szenarien: erfolgreich, normal, «Kirchenmaus»

Die kurze Antwort

Ein Haarentfernungslaser gehört zu den am schnellsten amortisierten Geräten der apparativen Kosmetik. Die einfache Rechnung: Eine Kundin bringt über eine Serie von 6–8 Behandlungen (à ca. CHF 100–200) im Schnitt rund CHF 1'000. Schon 30 Kundinnen entsprechen etwa CHF 30'000 — in der Grössenordnung des Gerätepreises. Das ist bewusst eine Milchbüchleinrechnung, aber sie zeigt das Ausmass: Bei aktiver, sichtbarer Vermarktung (vor allem Social Media) ist die Investition erstaunlich schnell zurückverdient. Die Betonung liegt auf aktiv: Wer sich versteckt, wird auch mit dem besten Gerät scheitern. Wer sichtbar ist, kommt schnell auf einen grünen Zweig — dafür gibt es reale Erfolgsgeschichten.

Warum der Haarentfernungslaser so schnell rentiert

Von allen Geräten der apparativen Kosmetik amortisiert sich ein guter Haarentfernungslaser mit am schnellsten. Der Grund ist einfach: hohe Nachfrage, wiederkehrende Behandlungen pro Kundin und ein sehr günstiges Verhältnis von Ertrag zu Verbrauchskosten. Anders als bei vielen anderen Behandlungen kostet Sie der einzelne Puls fast nichts — der Ertrag pro Stunde ist entsprechend hoch. Schauen wir uns das mit konkreten Beispielzahlen an.

Wichtiger Hinweis vorweg: Alle folgenden Zahlen sind illustrative Beispielwerte, keine Garantie und keine Finanzberatung. Sie verstehen sich vor eigenem Lohn und Steuern und hängen von Standort, Marktumfeld, Preisgestaltung und — vor allem — vom eigenen Einsatz ab.

 

Die Investition (Beispiel, einmalig)

PositionBeispielwert
Diodenlaser (professionell, zertifiziert)CHF 25'000
BehandlungsliegeCHF 1'200
Mobiliar (z. B. Ikea)CHF 800
Berufskleidung, KleinmaterialCHF 500
Erstausstattung Verbrauch & DesinfektionCHF 500
Website / Social-Media-Setup / StartwerbungCHF 1'000
Total Investition (ca.)CHF 29'000

Das Gerät ist mit Abstand der grösste Posten — und zugleich der werthaltigste. Der Rest der Ausstattung ist überschaubar; ein Behandlungsraum lässt sich schlank und trotzdem professionell einrichten.

 

Die laufenden Kosten (Beispiel, pro Monat)

PositionBeispielwert
RaummieteCHF 1'200–2'000
Werbung laufend (Social Media, AdWords)CHF 300–800
Verbrauchsmaterial (Gel, Handschuhe, Tape, Kajal, Masken)wenige Franken je Behandlung
Desinfektion, DiversesCHF 150
Versicherung, Rücklage WartungCHF 250
Total Fixkosten (ca., ohne eigenen Lohn)CHF 2'000–3'200

Bemerkenswert ist der Verbrauch: Gel, Handschuhe, Tape, ein Kajalstift zum Abdecken heller Stellen, eine Maske — pro Behandlung nur wenige Franken. Bei einem Behandlungspreis von CHF 100–200 bleibt fast der ganze Betrag als Deckungsbeitrag. Eine Kundin bringt über eine Serie von 6–8 Behandlungen im Schnitt rund CHF 1'000.

 

Und was bleibt? Die Einnahmen — drei Szenarien

Genauso übersichtlich wie die Ausgaben sollte man sehen, was am Ende übrig bleibt. Ob und wie schnell die Rechnung aufgeht, entscheidet nicht das Gerät, sondern Ihre Aktivität und Sichtbarkeit. Drei illustrative Monatsrechnungen (pro Gerät, vor eigenem Lohn und Steuern):

 

① Erfolgreich — aktiv, sichtbar, ausgebucht

Rund 1'000 CHF Umsatz/Tag × 25 Tagepro Monat
UmsatzCHF 25'000
− Fixkosten− CHF 3'000
− Verbrauchsmaterial− CHF 500
= Einnahmenüberschuss / Monat+ CHF 21'500

Das Gerät (CHF 25'000) ist so in rund ein bis zwei Monaten verdient. Das ist keine Fantasie: Wir kennen aus unserem Kundenkreis eine Anwenderin, die am Ende mit drei Lasern an rund 25 Tagen pro Monat arbeitete und pro Gerät und Tag mindestens CHF 1'000 Umsatz erzielte — heute meldet sie sich vor allem aus Dubai und von Ferienorten rund um die Welt. Nicht die Regel, aber auch kein Zufall.

 

② Normal — aktiv, im Aufbau

Rund 400 CHF Umsatz/Tag × 20 Tagepro Monat
UmsatzCHF 8'000
− Fixkosten− CHF 2'500
− Verbrauchsmaterial− CHF 250
= Einnahmenüberschuss / Monat+ CHF 5'250

Der realistische Normalfall bei echtem Engagement: Das Gerät ist in rund fünf Monaten verdient, danach beginnt der eigentliche Gewinn — bei weiterhin viel Luft nach oben.

 

③ Die «Kirchenmaus» — kaum sichtbar, keine Werbung

Rund 1 Behandlung/Tag × 15 Tagepro Monat
UmsatzCHF 1'500
− Fixkosten− CHF 2'000
− Verbrauchsmaterial− CHF 50
= Einnahmenüberschuss / Monat− CHF 550

Wer sich versteckt, macht Verlust — die Fixkosten fressen den mageren Ertrag. Das Gerät wird so nie verdient. Nicht, weil es ein schlechtes Gerät wäre, sondern weil niemand davon weiss. Genau hier liegt der Hebel.

 

Der entscheidende Faktor: aktiv und sichtbar sein

Die ehrliche Botschaft hinter den drei Tabellen: Ein Laser verkauft sich nicht von selbst — Sie verkaufen ihn. Der Unterschied zwischen +21'500 und −550 pro Monat ist nicht das Gerät, sondern die Sichtbarkeit. Wer regelmässig in den sozialen Medien präsent ist, echte Vorher-nachher-Ergebnisse zeigt (mit Einverständnis), Bewertungen pflegt und gezielt wirbt, füllt den Kalender. Social Media hat die Einstiegshürde dramatisch gesenkt: Man braucht heute kein grosses Werbebudget, sondern Konsequenz und ein gutes Auge. Das ist die gute Nachricht für Einsteigerinnen.

 

Warum das Gesamtpaket über den Erfolg entscheidet

Die Wirtschaftlichkeit hängt an mehr als am Gerätepreis. Ein günstiges Gerät, das oft ausfällt, kostet Sie Umsatz und Kundinnen — die Rechnung kippt schnell. Ein zuverlässiges Gerät mit gutem Service, das Sie sicher und wirksam bedienen können, hält den Kalender am Laufen. Und die Fähigkeit, sichere, gute Resultate zu liefern, macht aus Kundinnen Stammkundinnen und Fürsprecherinnen — die beste und günstigste Werbung überhaupt. Die Kette aus Gerät, Kühlung, Wissen, Schulung und Sichtbarkeit ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Bei Artmed liefern wir das Gerät und die Kompetenz; in der Laserschule Schweiz lernen Sie, es sicher und erfolgreich einzusetzen — damit aus der Investition ein tragfähiges Geschäft wird.

 

Häufige Fragen (FAQ)

 

Wie schnell amortisiert sich ein Haarentfernungslaser?

Bei aktiver Vermarktung oft in wenigen Monaten: Im erfolgreichen Beispiel ist das Gerät (CHF 25'000) in ein bis zwei Monaten verdient, im Normalfall in rund fünf. Die Zahlen sind illustrativ und hängen stark vom eigenen Einsatz ab.

 

Was kostet mich eine einzelne Behandlung an Material?

Nur wenige Franken: Gel, Handschuhe, Tape, Kajal zum Abdecken, Maske. Bei einem Behandlungspreis von CHF 100–200 bleibt fast alles als Deckungsbeitrag — das ist der Kern der guten Wirtschaftlichkeit.

 

Kann ich mit einem Studio ohne grosses Werbebudget starten?

Ja. Social Media hat die Einstiegshürde stark gesenkt. Entscheidend ist nicht das Budget, sondern Sichtbarkeit und Konsequenz: regelmässige Beiträge, echte Ergebnisse, gepflegte Bewertungen. Wer sichtbar ist, füllt den Kalender.

 

Was ist der häufigste Fehler bei der Wirtschaftlichkeit?

Zwei: erstens am falschen Ende sparen (ein billiges Gerät, das ausfällt, kostet mehr, als es spart); zweitens Passivität. Ohne aktive, sichtbare Vermarktung bleibt auch das beste Gerät unter seinen Möglichkeiten — siehe Szenario «Kirchenmaus».

Rene´s Praxiserfahrung

Die Wirtschaftlichkeitsfrage höre ich in fast jedem Verkaufsgespräch — und ich rechne sie ehrlich vor, auch wenn es eine Milchbüchleinrechnung ist. Was mich über die Jahre immer wieder bestätigt hat: Der Unterschied zwischen Erfolg und Enttäuschung liegt fast nie am Gerät, sondern an der Person davor. Ich habe Kundinnen gesehen, die mit einem Gerät und viel Sichtbarkeit in kurzer Zeit ein blühendes Studio aufgebaut haben — und andere mit demselben Gerät, die sich nie zeigten und sich dann wunderten. Die eine Erfolgsgeschichte mit drei Lasern und den Ferienpostings aus Dubai ist echt; sie ist nicht die Norm, aber sie ist auch kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von gutem Gerät, echtem Einsatz und konsequenter Sichtbarkeit. Deshalb sage ich Einsteigerinnen immer: Das Gerät ist die halbe Miete — die andere Hälfte bist du.

Portrait Rene redrot 1.png

Über den Autor

"René Pfister ist Elektroingenieur FH und Exec. MBA (Universität St. Gallen), Gründer der Artmed GmbH (seit 2002) und Dozent an der Laserschule Schweiz. Er unterrichtet nahezu alle Module des V-NISSG-Sachkundenachweises, ist Experte für Prüfungsabnahmen und Autor mehrerer Fachbücher über Lasertechnologie. Über die Laserschule Schweiz bildet er zudem Laserschutzbeauftragte aus — für Industrie, Pharma, Spitäler, Polizei und Bundesstellen. Er schult auf allen Gerätetypen und behandelt selbst — mit den Spezialgebieten Tattooentfernung, Permanent-Make-up-Entfernung und vaskuläre Läsionen. Denn nur wer die Behandlung aus eigener Hand kennt, kann sie glaubwürdig lehren. Seit über 20 Jahren steht Artmed für geprüfte, vermessene und persönlich betreute Lasersysteme im Schweizer Markt."

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